Im Rahmen der Veranstaltung werden praxisnahe Fallstudien vorgestellt, in denen Unternehmen und Experten innovative Ansätze u. a. für die industrielle Bearbeitung von Titan- und Nickelbasislegierungen diskutieren. Der Fokus liegt auf der Bewältigung prozesstechnischer Herausforderungen wie die Wirtschaftlichkeit komplexer Schnittparameter, dem Umgang mit extremen Materialanforderungen und der Sicherstellung reproduzierbarer Qualitätsstandards – stets unter Berücksichtigung der besonderen Eigenschaften dieser Werkstoffe in der Zerspanung und Prozesskette. Dadurch erhalten die Teilnehmenden einen fundierten Einblick in Methoden, mit denen Produktionsprozesse trotz hoher materialbedingter Belastungen effizient gestaltet und an die aktuellen Anforderungen der Hochleistungsfertigung angepasst werden können.
In der Luft- und Raumfahrtfertigung gelten höchste Anforderungen an Präzision und Prozessstabilität. Enge Toleranzen, einwandfreie Oberflächen und gratfreie Bohrungskanten bilden dabei das unverzichtbare Fundament. Oft das Problem dabei: die Bearbeitung der Bohrungsrückseite – insbesondere bei grossen Werkstücken wie Turbinengehäusen. Herkömmliche Verfahren erfordern oft ein zeit- und kostenintensives Umspannen der Bauteile, was die Produktivität mindert. Hinzu kommt die extreme Beanspruchung der Werkzeuge durch hochfeste Werkstoffe wie Inconel, Titan und weitere Superlegierungen.
In diesem Vortrag wird anhand konkreter Praxisbeispiele aufgezeigt, wie die innovativen Entgrat-, Fas- und Senklösungen von HEULE dort ansetzen, wo konventionelle Werkzeuge an ihre Grenzen stossen. Durch die direkte Integration der Rückwärtssenker in bestehende Prozesse verlassen selbst komplexe Aerospace-Bauteile das CNC-Bearbeitungszentrum komplett fertig bearbeitet, nachgelagerte Prozesse entfallen. Das Ergebnis ist eine signifikante Reduktion der Durchlaufzeiten bei gleichzeitig höchster Prozesssicherheit und gleichbleibender Qualität – selbst unter anspruchsvollsten Bedingungen.